Gisela Zifonun, Ludger Hoffmann,Bruno Strecker et al. (1997)

Grammatik der deutschen Sprache

Berlin • New York: de Gruyter

2800 S.

 

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Was Sprache ist
Mit Sprache können wir uns über alles verständigen, was unsere Welt ausmacht.
Wir können unser Handeln koordinieren, Wissen erweitern, Einstellungen mitteilen,
Gefühle ausdrücken, fiktive Welten entwerfen. Ein so leistungsfähiges Instrument kann in
Form und Aufbau nicht einfach sein, es kann auch nicht durch wenige Handlungsfunktionen
(etwa in der Beschränkung auf den Typus der Aussage) erschöpfend charakterisiert werden.

Zielgruppe

Zielgruppe sind Sprachinteressierte mit Vorkenntnissen: Kolleginnen und Kollegen
aus der Linguistik und aus Nachbardisziplinen (Informatik/Künstliche-Intelligenz-Forschung,
Psychologie, Sozialwissenschaften usw.), Lehrende und Studierende, denen sprachwissenschaft-
liche Probleme nicht völlig fremd sind und die einfach viel über das Deutsche wissen wollen.

Gegenstand
Gegenstand ist die Grammatik des gegenwärtigen Deutsch, wie es etwa seit dem Ende des 19.
Jahrhunderts - kurz: seit der Zeit Fontanes - gesprochen wird. Die vorliegende Grammatik
beschränkt sich auf die Standardsprache in ihrer schriftlichen und mündlichen Ausprägung.

Grammatik

Grammatik betrachten wir als Systematik der Formen und Mittel sprachlichen Handelns.

Ansatz

Für uns sind ein Zugang über die kommunikative Funktion oder den sprachlichen Formaufbau
keine sich ausschließenden, sondern komplementäre Alternativen:
- Einerseits wird ausgegangen von den elementaren Funktionen, für die sprachliche Mittel
ausgebildet sind (etwa der Funktion, Sachverhalte oder Gegenstände zu entwerfen, zu thematisieren
oder thematisch fortzuführen).
- Andererseits wird ausgegangen von konkreten Formen und Mitteln (Laute, Wortformen, Wortstellung,
Intonation usw.) und dem formalen Aufbau sprachlicher Einheiten.

Was neu ist

Gegenüber der Tradition ist in dieser Grammatik manches neu. Dies betrifft etwa die Grammatik von
Text und Diskurs (Teil C). Oder das System der Wortarten (->Übersicht als pdf-Datei).
Phänomene wie Interjektionen,Ellipsen, Anakoluthe, thematische Organisation, grammatische Aspekte
des Sprecherwechsels werden anderenorts gar nicht oder nur stiefmütterlich behandelt.
Auch Phonologie und Orthographie sind enthalten.
Im Ansatz neu ist der Versuch, syntaktische und semantische Struktur möglichst eng aufeinander zu beziehen.
Besonderen Wert haben wir darauf gelegt, an zentralen Stellen der Argumentation Belege zu verwenden,
authentische Sprachdaten aus Diskursen oder Texten. Es handelt sich um
- Material aus den (überwiegend am Rechner recherchierbaren) Korpora des IDS;
- Daten aus veröffentlichten Korpora oder Korpora der Autoren;
- von den Autoren in literarischen oder Gebrauchstexten gefundene Daten.

Internationale Einschätzung der Grammatik
Die Rice University Texas ließ zur Jahrtausendwende die "Best Grammar(s) of the Twentieth Century" wählen.
Dabei belegte unsere Grammatik Rang 2 - gemeinsam mit der siebenbändigen englischen Grammatik von Otto Jespersen (1909-1949) - hinter Li und Thompson "Mandarin Chinese" (1981).

 


 

Inhaltsverzeichnis

Band 1

Abkürzungen und Symbole

A Einführung

B Grundbegriffe
B1 Wortarten und interaktive Einheiten
B2 Wortgruppen: Phrasen und verbale Gruppen
B3 Kommunikative Minimaleinheit und Satz


C Zur Grammatik von Text und Diskurs
Cl Sprache und Illokution
C2 Diskurs und Mündlichkeit
C3 Text und Schriftlichkeit
C4 Diskurs- und Textsensitivität von Formen
C4 1. Deixis und situative Orientierung
C4 2. Intedektionen und Responsive
C4 3. Ellipse
C4 4. Anakoluth
C5 Diskursaufbau: Die Organisation des Sprecherwechsels
C6 Thematische Organisation von Text und Diskurs

Die Grammatik: Unterricht
mit Priscians Werk (Florenz) 

Luca della Robbia, 1437/39



D Funktionale Analyse von kommunikativen Minimaleinheiten und ihren Teilen
D1 Grammatik aus funktionaler Sicht
D2 Der Modus kommunikativer Minimaleinheiten
D3 Das Prädikat
D4 Die Argumente des Prädikats
D5 Aufbauende Operationen
D6 Sprecher-Hörer-Relation, personale Bezugnahme und Beziehungskonstitution

Band 2

E Kompositionaler Aufbau kommunikativer Minimaleinheiten
El Prinzipien und Ebenen des kompositionalen Aufbaus: Zum Verhältnis der Teilkapitel untereinander
E2 Relationierung primärer Komponenten
E2 1. Kategoriale Funktionalstruktur
E2 2. Komplemente
E2 3. Supplemente
E3 Realisierung primärer Komponenten
E3 1. Der Verbalkomplex
E3 2. Nominale und präpositionale Realisierung von Komplementen
E3 3. Infinitivkonstruktionen (IK) als Komplemente und Supplemente
E3 4. Komplementsätze
E3 5. Korrelatverbindungen in der Funktion von Komplementen und Supplementen
E4 Die Linearstruktur des Satzes

Band 3

F Verbale Gruppen
Fl Tempus
F2 Verbmodus
F3 Das Passiv (und die Familie der grammatischen Konversen)
F4 Grammatik der Ereignisperspektivierung
F5 Bedeutung der Modalverben

G Nicht-verbale Gruppen
Gl Nominalphrasen
G2 Präpositionen und Präpositionalphrasen
G3 Infinitiv- und Partizipialkonstruktionen

H Subordinierte und koordinierte Strukturen
Hl Subordination: Nebensätze
H2 Koordination

Anhang
Literaturverzeichnis
Quellenverzeichnis
Sachregister
Wortregister